TPU (flexibel)

Flexibles Filament aus TPU ist gummiartig und elastisch. Für Dichtungen, Puffer, Dämpfer und Griffe. Braucht einen Drucker, der weiches Material sauber fördert.

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Flexibles Filament (TPU): Ratgeber

TPU ist ein gummiartiger, elastischer Kunststoff. Gedruckte Teile lassen sich biegen, stauchen und dehnen und kehren danach in ihre Form zurück. Mit flexiblem Filament entstehen Teile, die mit starren Materialien wie PLA oder PETG nicht möglich sind.

Wofür sich flexibles Filament eignet

  • Dichtungen, Puffer und Dämpfer
  • Griffe, Gerätefüße und rutschfeste Unterlagen
  • Schutzhüllen und Kantenschutz
  • Manschetten und bewegliche Verbindungen

Shore-Härte: Wie weich soll es sein?

Wie weich ein TPU ist, gibt die Shore-Härte an. Auf der A-Skala gilt: je kleiner die Zahl, desto weicher. 95A ist der gängige Allrounder, flexibel und trotzdem gut zu drucken. 85A und 90A sind spürbar weicher und dehnbarer, verlangen aber mehr Feingefühl beim Drucken. Manche Hersteller geben die Härte auf der D-Skala an, die für härtere Kunststoffe gedacht ist. 68D ist deutlich härter als 95A und gibt nur noch leicht nach.

Was Ihr Drucker können muss

Am besten gelingt TPU mit einem Direktextruder, bei dem der Antrieb direkt über der Düse sitzt. Bei Bowden-Druckern, die das Filament durch einen langen Schlauch schieben, knickt weiches TPU leicht aus. Die Temperaturen sind unkritisch, typisch sind etwa 210 bis 240 °C an der Düse und ein nur leicht beheiztes Bett. Eine geschlossene Kammer braucht es nicht. Wichtig sind eine ruhige Druckgeschwindigkeit und wenig Rückzug, damit sich das weiche Filament nicht staucht. Sorten mit „Rapid“, „HF“ oder „High Speed“ im Namen sind für schnellere Drucker ausgelegt. Die genauen Werte jeder Sorte stehen auf der Produktseite unter „Druckeinstellungen und Handhabung“.

Mehrfarbsysteme wie AMS oder CFS

Weiches TPU läuft in den meisten automatischen Filamentwechslern nicht zuverlässig, weil es sich auf den langen Wegen verklemmt. Ausnahmen sind härtere Sorten, die der Hersteller ausdrücklich dafür freigibt. Welche das sind, sehen Sie in der Kategorie Läuft im AMS.

Trocken lagern

TPU zieht Feuchtigkeit aus der Luft. Feuchtes Filament fädelt beim Drucken, bildet Blasen und haftet schlechter zwischen den Schichten. Trocknen Sie die Spule vor dem Druck und lagern Sie sie luftdicht. Trockenboxen finden Sie unter Lagerung und Trocknung.

Häufige Fragen

Welches TPU eignet sich für den Einstieg?

Ein TPU mit 95A. Es ist flexibel genug für Dichtungen und Puffer und verzeiht Fehler bei den Einstellungen am ehesten.

Ist TPU dasselbe wie TPE?

TPU gehört zur Familie der TPE, der thermoplastischen Elastomere. Im 3D-Druck ist TPU die verbreitetste Sorte, weil es sich am zuverlässigsten verarbeiten lässt.

Kann ich TPU auf einem Bowden-Drucker drucken?

Mit härteren Sorten wie 95A und langsamer Geschwindigkeit gelingt das oft. Sehr weiche Sorten wie 85A empfehlen wir nur mit Direktextruder.

Sie sind unsicher, welche Härte zu Ihrem Bauteil passt? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite, wir beraten Sie gern.